Pressefreiheit für Blogger

Und so ging es diese Woche Kunderbunt hin und her und wieder hin und wieder her. Alles genauere inklusive aller ordentlich formulierten Texte könnt ihr auf Netzpolitik.org lesen!

Heute kam dann (endlich) ein richtiger Stolz für alle Blogger unter uns: Die Deutsche Bahn gibt auf! Wie ein Pressprecher der Bahn mitteilte, gäbe keine weiteren rechtliche Schritte gegen Netzpolitik zu unternehmen:

Die Position der Deutschen Bahn (heute, Freitag 13:30 Uhr, sowas kann ja schnell anders sein mit den Positionen) lautet also wie folgt:

* Die rechtliche Bewertung der Bahn ist unverändert, also “Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen” durch die Veröffentlichung des Memos.
* Man habe die Abmahnung als ein Mittel erachtet, um dieses Memo aus dem Netz zu bekommen.
* Dieser Versuch ist ja nun offensichtlich gescheitert.
* Es wird keine gesonderte Mitteilung an die Presse zu diesem Thema geben, auch Markus Beckedahl wird nicht direkt darüber informiert werden, dass die Bahn ihn in dieser Sache nicht mehr behelligen wird.

Doch ganz interessant bei dieser (durchaus späten) Erkenntnis, ist die Tatsache, dass dennoch Blogger fürchten müssen, ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen.

Deshalb forder ich als Blogger (und hoffentlich alle anderen mit mir), dass wir schreiben dürfen, wie es uns der Paragraph für Pressefreiheit “vorschreibt”, wie wir es wollen! Villeicht ist der Fall Netzpolitik ein sehr gutes Beispiel dafür, wie es sein muss: Der Blogger schreibt seine Meinung und veröffentlicht dazu recherierte Informationen und die Welt macht langsam mal die Augen auf, dass Blogs und Twitter keinesfalls etwas böses wollen, sondern eher ein Segen für unsere soziale Wirtschaft sein kann und wir bedenken müssen, dass das Bloggut, wenn es denn gut und fundiert ist (was bei Netzpoltik zu 100% der Fall war), für die Nachwelt aufgehoben sein und die aktuelle Internetwelt zum Nachdenken anregt.

Liebe Großkonzerne a la Deutsche Telekom AG, Deutsche Bahn AG, Deutsche Post AG und wie sie alle heißen und in etlichen Blogs in diesem Internet erwähnt wurden, warum müssen wir als Blogger eingeschränkt werden und warum wird uns ein Recht genommen, welches wir eigentlich als _das Recht_ besitzen? Warum sollten wir nicht über euch sprechen und mal Dinge ansprechen, die uns nicht gefallen?
Ich nehme als ganz einfaches Beispiel mal ihres Gleichen. Würde es Ihnen, Herr Mehdorn, denn gefallen, wenn wir Ihre Wohnung einmal komplett verwanzen und jahrelang versuchen, ihr Leben genau zu protokolieren, um dann, wenn Sie im nächsten Supermarkt einkaufen gehen, diese Daten verwenden, damit nur Sie die Süßigkeiten im Warenregal 350 kaufen? Würde es Ihnen gefallen, wenn Sie als Mitarbeiter eines Großkonzerns noch nicht mal als Information bekommen, dass Ihre Telefonate abgehört und Ihre Bankdaten abgesichert werden, damit man (Originalzitat) “berechtigtes Interesse daran hat, Wirtschaftskriminalität und Korruption zu bekämpfen”? Was ich meine damit, ist die Privatsphähre, die Sie eindeutig verletzt haben.

Ist einem das Geld wirklich wichtiger als die Rechte eines Menschens? Kann man wirklich davon ausgehen, dass der Mensch als “Maschine” behandelt wird, im Zweifelsfall elemiert wird, weil er “Informationen aus der Bahn weitergegeben hat, beispielsweise an Kritiker des Konzerns” (Futurezone)? Kann man sich garnicht vorstellen, welche Folgen das hätte, wenn wieder die Zeiten der Staatssicherheit in einem _Riesenkonzern_ herrschen würden. Denn selbst die Poltik spricht sich klar gegen solche Zustände aus und fordert den Rücktritt von Mehdorn.

Zurück zum Thema: Warum wird man als Blogger, der seine redaktionelle Arbeit würdigt und jeden Tag aufs neue unter Beweis stellt, einer gewissen Meinungsfreiheit untersagt? Wenn denn ein Blogger die Rechte eines Redakteurs besitzen würde, wären auch viel mehr bereit, offen Themen anzusprechen. Dazu würden sich Diskussionen bilden und villeicht würde sich am Ende auch ein klares, politisches und soziales Ziel der Blogger und Leser herauskristalisieren, villeicht würden einige Poltitiker auch mal öffentlich und vor allen Benutzern des Internets ansprechen, warum sie in einer Beziehung oder besser in einem Fall versagt haben.

Warum steht das “Real Life” geschlossen den Bloggern und dem Internet gegenüber? Ist es eine Schande, Dinge anzusprechen, die die Welt bewegen? Würde man dafür verachtet werden, wenn man im Bundestag Dinge anspricht, die entscheident sind? Villeicht sollte man die Einstellung einiger Menschen zu Bloggs und dem Internet allgemein etwas umdenken. Denn das Internet ist nicht nur eine Wikipedia-Seite auf Blatt A4 gedruckt.